Brighton & Seaford

Die Stadt Brighton

Bereits die Römer haben an dem Fleckchen Erde an der Küste des Ärmelkanals gesiedelt, doch bis ins 16. Jahrhundert blieb Brighton nie mehr als ein Fischerdorf, welches jedoch an Einwohnerzahlen stetig zunahm. Nachdem es am Anfang des 18. Jahrhunderts durch einen Sturm sehr schwer verwüstet worden war, erlebte Brighton dann den finalen Aufschwung ab den 1750ern, als ein bekannter Arzt eine Schrift über die Vorteile von Seewasserbädern für die Gesundheit, insbesondere in Brighton, veröffentlichte. Ab dann ging es für das Städtchen Schlag auf Schlag mit der Entwicklung. Ab der 1780er Jahre war Brighton bereits ein Seebad-Kurort für die wohlhabenden Kranken Englands und spätestens ab 1786, wo der junge hippe Prinzregent und spätere George IV sich hier ein Landhaus kaufte, welches später zum mondänen Royal Pavilion umgebaut wurde, war Brighton das angesagteste, modischste Seebad der Insel. Die älteren Herrschaften fuhren nach Bath, die jungen adligen Erben und wohlhabenden Dandies eiferten der Stilikone, die der Prinzregent zu dieser Zeit war, nach und vergnügten sich in Brighton. Damit wurde Brighton zu einem Ort, an dem man sich vor allem in den Sommermonaten sehen lassen sollte. Und der feinen Gesellschaft hinterher zogen die reichhaltigen Vergnügungs- und Kulturangebote.
Auch wenn die ganz mondäne Zeit irgendwann ein Ende hatte, so verlor Brighton nie seine Bedeutung, anders als andere Seebäder Europas, sondern wurde kontinuierlich ausgebaut und ist auch im 21. Jahrhundert eine Stadt und ein Seebad mit Relevanz. Mit einem ausgeprägten Nachtleben, einem umfangreichen Kulturangebot aber auch einer Universität und politischen Veranstaltungen, was Brighton auch den Beinamen London by the Sea eingebracht hat. Seit 1840 die Eisenbahn zwischen Brighton und London etabliert wurde und da die Fahrdauer zwischen der Städte bereits schon im 19. Jahrhundert unter einer Stunde lag, reisten und reisen gerade in den Sommermonaten stetig sehr viele Londoner und weitere Touristen in die Küstenstadt.
1920 hatte die Stadt ungefähr 140.000 Einwohner. Zusätzlich kommt dazu ein vielfaches an Touristen in jedem Jahr. Aktuell im 21. Jahrhundert liegen die Relationen mit einer Einwohnerzahl von ca. 288.000 Personen bei über 10 Millionen Besuchern jedes Jahr. Man kann sich also ca. ableiten wie stetig der Touristenfluss auch 1920 gewesen sein muss. (In dem Pinterest Board findet Ihr einige alte Aufnahme der Stadt aus der Zeit um 1920)
Brighton ist bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund seiner kosmopolitischen Atmosphäre bekannt und seine gelassene Haltung zu unkonventionellen Lebensweisen wurde zu einem Aushängeschild für die Stadt, was dazu führte, dass im 21. Jahrhundert Brighton die Stadt mit dem höchsten homosexuellen Bevölkerungsanteil in Großbritannien ist. Die Stadt, welche bereits um 1800 die hippeste Stadt des UK war, ist dieses auch wieder im 21. Jahrhundert.

 

 

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Die Domäne Brighton

Auch wenn Brighton natürlich niemals so prestigeträchtig wie die Hauptstadt London sein konnte, so war die Domäne seit Ende des 18. Jahrhunderts ein bekannter Name in England und Europa. James Devereaux, damals Ancilla von Clan Toreador, gewann in einer dunklen Winternacht des Jahres 1784 den Thron der Stadt in einem Kartenspiel Macao von dem vorherigen Prinzen, Balthasar, Ahn von Clan Malkavian. Zahlreiche Gerüchte ranken sich um dieses Kartenspiel. Manche behaupten, dass der Wahnsinn des Malkavianer Ahnen schuld gewesen sei und der Toreador diesen für sich auszunutzen verstand. Andere, schärfere Zungen, behaupten, dass der Toreador unlautere Mittel nutzte, um einerseits den Ahnen zu diesem fragwürdigen Wagnis zu bekommen und andererseits dieses schicksalsträchtige Spiel auch zu gewinnen. Auch heute noch ist den meisten Mitgliedern der Domäne dieses Ereignis als das „Malkavian Macao Misfortune“ bekannt.

Für die Domäne stellte sich die Thronübernahme durch einen Toreador jedoch mehr als nur gewinnbringend heraus. Unter der Herrschaft von James Devereaux, mittlerweile Ahn seines Clans, erblühte die Stadt zu einem mondänen Badeort, in welchem sich die High Society der Menschen und Kainiten traf und die Kultur Brightons erstrahlte schnell. Hier sammelte sich die kainitische Gesellschaft, der das ahnenträchtige Pflaster Londons und der anderen, älteren Städte Großbritanniens und Europas, zu steif, zu behindernd für das Ausleben der eigenen Individualität und zu unflexibel für die eigenen Aufstiegspläne war und ist.

 1920 leben in der Domäne dauerhaft um die 25 Kainiten, wovon die Ahnen kaum in der Gesellschaft auftreten und ihre politischen Geschäfte hauptsächlich über ihre Ancillae regeln, welche mit den Neugeborenen der Stadt, die hier für ihren weiteren Erfolg im Unleben kämpfen, das Leben der Nacht in der kainitschen Gesellschaft prägen.

 Brighton hatte, anders als viele andere Städte, nur wenig Konflikte mit dem Sabbat über die Jahrzehnte und gilt, seit dem es in den 1750ern zu einer Domäne wurde, als gefestigte Stadt der Camarilla. Von den freien Clans sieht man in der Stadt zwar ab und an einige Mitglieder von Clan Giovanni, doch vor allem ist Clan Seth in der Domäne aktiv. Bereits unmittelbar nach der Thronübernahme des Prinzen kam Clan Seth in die Domäne Brighton – und blieb. Mit Wohlwollen des Prinzen. Clan Seth wusste die Flexibilität der recht jungen Domäne zu nutzen und etablierte schnell Einflüsse in der menschlichen Gesellschaft, vor allem im „Vergnügungssektor“. Der Orientalismus und die aufkeimende Faszination an dem Okkulten stellten das perfekte Trittbrett für den Clan dar. Man munkelte, dass sie sogar starken Einfluss auf den menschlichen Prinzregenten ausübten. Bis Ende 1919, war Clan Seth etabliert in der Stadt und auch wenn sie sich aus den politischen Geschehnissen der Domäne heraus zu halten schienen, war es kein gut gehütetes Geheimnis, dass nicht wenige Mitglieder Camarilla Geschäfte mit den Setiten unterhielten, auch wenn niemand diese Geschäfte freiwillig offen nach außen eingestanden hatte.

 Auch wenn, wie stets in Domänen auf der ganzen Welt, der Prinz eine Opposition hatte, so galt sein Sitz auf dem Thron sehr fest über die vielen Jahrzehnte seiner Herrschaft. Doch anscheinend fühlte er sich zu sicher, zu gefestigt. In den vergangenen Jahren konnte man beobachten wie er mehr und mehr exzentrisch und despotisch wurde. Seine Urteile eingefärbt von persönlichen Vorlieben mit fragwürdigen Begründungen, von mehr und mehr Personen der Domäne kritisch beobachtet. Doch auch, wenn man anfing Anstoß zu nehmen, so war das Unleben in der Domäne für die anwesenden Kainiten ein Angenehmes, die eigenen Ziele konnten ohne Störung verfolgt werden.

 Bis zu schicksalsträchtigen Nächten im Herbst 1918, vor nun mehr zwei Jahren. Es gelang dem Prinzen einen Komplott gegen seine Herrschaft und gegen sein Unleben aufzudecken. Als Schuldige konnten die damals ansässigen Mitglieder von Clan Brujah ausfindig gemacht werden, ihnen voran Jack Miller, eine angesehene ältere Brujah, welche jedoch für ihre ausschweifende Gefühlsstärke bekannt war. Kurzerhand verbannte Prinz Devereaux den gesamten Clan Brujah aus seiner Domäne und ließ sie in Schmach vor die Grenzen jagen. Er strafte sie für ihre Taten jedoch nicht mit der Vernichtung, sondern mit den Worten, dass sie mit ihrer Schmach leben müssen und damit, diesen Flecken auf ihrem Gewissen tragen zu müssen, dass sie die Traditionen der Camarilla besudelten und davor vor ihren Ahnen Rede und Antwort stehen müssen.

 Als Anerkennung an die Ventrue Marchesa Isabella Visconti di Modrone, welche laut Devereaux maßgeblich für die Aufklärung des Komplotts zuständig gewesen war, ernannte er sie zu seinem Ancilla – sehr zur Verwunderung der meisten ansässigen Kainiten, welche stets davon ausgegangen waren, dass die Brujah Jack Miller und Marchesa Isabella enge Verbündete gewesen waren. Clan Brujah zog sich in Schmach hinter die Grenzen der Domäne zurück und ließ sich nachfolgend in der nahe gelegenen Kleinstadt Seaford nieder. 

Seit jenen Nächten hatte sich die politische Unruhe in der Domäne nicht gelegt und kulmulierte in ihrem Höhepunkt zum Jahreswechsel 1919/1920. Durch einen politischen Komplott wurde der bisherige Prinz Devereaux außer Gefecht gesetzt und sein Child, Lady Florence, übernahm das Zepter über die Stadt. An ihrer Seite regiert seit dem die Vicomtesse de Noailles als Seneschall mit einer vollständigen Neubesetzung sämtlicher weiterer Domänenposten sowie einer Neugründung des Primogensrates.

Aufgrund von mutmaßlichem Einfluss von Clan Seth waren sowohl Lady Florence als auch die Vicomtesse de Noailles nicht mehr als Domänenführung haltbar und nach einigen Turbulenzen ergriff im November 1920 Countess Aurora von Haus und Clan Tremere den Thron mit Lord Sebastian Thistleworth, selbst aus der Linie von Devereaux und Lady Florence, als Seneschall an ihrer Seite.

 

Freie Stadt Seaford

Die kleine Küstenstadt liegt nur wenige Kilometer von Brighton entfernt und ist ein beschauliches Städtchen, in das sich die Touristen begeben, die eher interessiert an Ruhe und der umliegenden Natur haben, wie der kreideweißen Steilküste neben Seaford. Vor mehreren Jahren hat sich hier die Brujah Meg Baker mit ihrem Clansbruder Gus Maclachlan niedergelassen, nachdem beide der Camarilla den Rücken gekehrt hatten. Seit dem galt Meg zumindest innerhalb der umliegenden Camarilla-Domänen als Anarchin und inoffizielle “Baronin” der Stadt. Nach ihrer Verbannung aus Brighton war für Jack Miller und Dita Levy Seaford ihre erste Anlaufstelle gewesen und sie blieben dort für über ein Jahr. Über die Zeit fanden sich in dem Städtchen auch die Nosferatu Jem Goodmann, der Gangrel Paddy O’Connell und für einige Zeit auch ein russischer Brujah namens Evgeny „Zheka“ Ledovskoy ein, welcher jedoch in Begleitung von Jack Miller vor mehreren Monaten wieder nach Russland abreiste.

Doch seit dem Jahreswechsel ins Jahr 1920 unter der neuen Domänenführung ist Seaford in das Domänengebiet von Brighton mit eingeglieder worden, nachdem Meg Baker ihr Knie vor dem neuen Prinzen beugte. Seit dem gilt die Brujah als Protektorin der Stadt und damit Lehensnehmerin von Prinz Florence. Meg Baker besitzt jedoch keine volle Verfügungsgewalt über die Traditionen und hat entsprechend keine wirkliche autarke Verfügungsgewalt über Seaford mehr.

Ende November 1920 wurde unter dem neuen Prinzen Countess Aurora Seaford jedoch wieder von der Domäne Brighton gelöst und gilt seit dem als eine freie unabhängige Stadt.

 

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Bekannte Orte in Brighton

Royal Pavilion (Elysium)

Der Royal Pavilion, der optische Mittelpunkt der Stadt, wurde um das Jahr 1800 von dem damaligen Prinzregenten und dann König George IV zu dem übertriebenen Palast, den er jetzt darstellt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts logierte hier, trotz zahlreicher öffentlicher Zimmer, zum großen Teil Prinz Devereaux selbst, dessen zunehmende exzentrische und excessive Art das ebenso extravaganten und opulenten Ex- und Interieur des Royal Pavilions immer mehr spiegelte. So war ein Besucher des vorherigen Prinzen geblendet von überladen dekorierten Räumen, bei denen kein Zentimeter nicht mit außergewöhnlicher Tapete, reich verzierten Kronleuchtern oder Massen an Nippes und Goldbeschlägen bedeckt ist. Seit dem Verschwinden des vormaligen Prinzen war es zuerst still geworden im Royal Pavilion bis Lady Florence, ehemaliger Prinz der Domäne, die ehemalige Zuflucht ihres Sires bezog, doch nur noch selten dient die opulente Kulisse für formelle Empfänge. Mittlerweile ist Lord Sebastian Thistleworth, Seneschall der Domäne, in die vorherige Zuflucht seiner Linie eingezogen. Ihm schloss sich vor Kurzem seine Blutverwandte Marianne Louise Fairfax an, als diese in die Domäne Brighton zog.

https://www.pinterest.de/belletresor/royal-pavilion-brighton/

 

Pavilion House (IT Location von Goldene Asche III)

Das kleinere Herrenhaus grenzt direkt an die Gärten des Royal Pavilions und diente ursprünglich als externes Gästehaus erst von menschlichen Besitzer des Pavilions dann von Prinz Deveraux. Vor einigen Jahren übernahm die Vicomtesse de Noailles, ehemaliger Seneschall der Domäne, den Grundbesitz und seit dem diente das Bauwerk als weitere Zuflucht von ihr selbst und Clan Ventrue direkt neben dem “offiziellen” kainitschen Regierungssitz der Domäne.
Mittlerweile dient das Haus weiterhin als offiziellere Adresse für Clan Ventrue für mögliche Einladungen und als Gästehaus auch wenn es nicht mehr als dauerhafte Zuflucht von einem Ventrue fungiert.

 

The Rose’s Garden (Elysium)

Der Nachtclub ist eines der nächtlichen Glanzlichter der Stadt. Das Publikum besteht aus den Künstlern der Stadt, den jungen Reichen & Schönen und auch mehreren kainitischen Bürgern der Stadt. Die lebhafte, moderne Atmosphäre des Etablissements wird von den Menschen und auch den Vampiren der Stadt geschätzt. Die Toreador Madame Coquette hatte sich in der Stadt damit hervorgetan, dass sie vielen unbekannteren Künstlern eine Plattform für deren Kunst geboten hat und so konnten die Besucher oft in den Genuss von Ausstellungen und musikalischen Vorträgen von aufgehenden Sternen in der Szene kommen. Doch auch die Nosferatu Francine und Fräulein Elsa von Clan Toreador standen des öfteren auf der kleinen aber feinen Bühne des Nachtclubs und haben das Publikum mit ihrem Gesang bezirzt. Verschiedene Separées und gemütliche Ecken laden zu trauter Zweisamkeit, ungehörten politischen Gesprächen oder auch der Jagd ein. Noch bis zum vorletzten Jahr sah man hier auch Prinz Devereaux, der viele Jahren seine schützende Hand über seiner jüngeren Clansschwester Madame Coquette gehalten hatte und sie als seine Muse bezeichnet hatte. Seit ungefähr einem Jahr ist jedoch Madame Coquette spontan verschwunden und Fräulein Elsa hat kommissarisch mit Unterstützung von Francine die Leitung des Clubs übernommen. Die Gäste blieben so zahlreich wie zuvor und man sieht sogar beizeiten bisher wenig gesehene Personen wie die Countess Aurora zu Besuch.
Angeblich ist Madame Coquette mittlerweile nicht mehr in der Domäne ansässig und Fräulein Elsa ist nun vollständige Besitzerin des Etablissements.

 

Preston Manor 

Das herrschaftliche Anwesen liegt etwas ab von dem Trubel des niemals schlafenden Stadtzentrums und dient Haus und Clan Tremere seit vielen Jahrzehnten als Zuflucht, welche der Öffentlichkeit bekannt ist. Dies ist die Adresse, bei jener sich die menschlichen Kontakte des Clans einfinden ohne die Maskerade zu gefährden, und bei welcher sich die vampirischen Besucher für persönliche Gespräche und Geschäfte einfinden. Es wird davon ausgegangen, dass Haus und Clan Tremere hier einiges an Ausstattung für ihre Tätigkeiten unterhält, aber es ist allgemein bekannt, dass noch weitere, geheime Zufluchten existieren doch jene Adresse kennt niemand Clansfremdes.

 

The Bedford Tavern (Aktuell: Vollständig abgebrannt)

Der Pub war eines der ältesten Gasthäuser Brightons und hat hier schon lange gestanden bevor die Stadt eine Domäne wurde. Hinter der elisabethanischen Fassade in einer kleinen Nebenstraße nahe der Strandpromenade der Stadt, steckte jedoch ein Etablissement, deren Besucher eine weit weniger weiße Weste trugen als die weiß gekalkte Außenwand des Pubs vermuten ließ. Unter den menschlichen Besuchern, die sich in den Abendstunden hier drängten, tummelten sich viele der Rädelsführer des organisierten Verbrechens. Der Pub galt als der Haupteinflussort der Marchesa di Modrone, welche hier, so vermutete man, ihre Art “Steuerungszentrale” für ihre schattigen Geschäfte der Stadt unterhält. Als Ende 1920 die Einflüsse von der Marchesa von der Domänenführung abgezogen und an die Ravnos gegeben wurden, ging das Pub in Flammen auf und brannte bis auf nicht mehr nutzbare Ruinen herunter. 

 

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